Leitbild

AUFGABEN DES NEUEN VERBANDES
Als Experten für den großen Bereich der beruflichen Bildung sind sowohl der BvLB sowie die Landesverbände für die Bildungspolitik bedeutende Akteure, die für deren Funktionsfähigkeit – insbesondere aber auch – für deren Weiterentwicklung des deutschen (Berufs­)Bildungssystems unverzichtbar sind. Der BvLB versteht sich als eine Art stiller, aber verantwortungsvoller Player, der sich gemeinsam mit anderen wichtigen Akteuren der beruflichen Bildung für diese und die dort zu qualifizierenden jungen Menschen verpflichtet fühlt. Er will gemeinsam mit den Landesverbänden die an den beruflichen Schulen in allen beruflichen Bildungsgängen tätigen Lehrerinnen und Lehrer vertreten. Dabei ist für ihn auch die Sicherung und weitere Steigerung der Qualität der beruflichen Bildung von zentraler Bedeutung.


Für den BvLB, der aus einem Verschmelzungsprozess zweier großer Verbände von Lehrerinnen und Lehrern hervorgegangen und der mitgliederstärkste Lehrerinnen­ und Lehrerverband innerhalb der beruflichen Bildung ist, stellt die Bündelung der Interessen seiner Mitglieder eine besondere Aufgabe dar. Die Vielzahl der Interessen zu einheitlichen verbandspolitischen Zielen und programmatischen Aus sagen zusammenzufassen, wird deshalb als eine sehr wichtige Aufgabe verstanden, weil die unterschiedlichen Positionen der in der beruflichen Bildung existierenden Fachichtungen von der Agrarwirtschaft über die Bereiche Soziales, Ökotrophologie, Gesundheit und Pflege bis hin zu den gewerblich­technischen Bereichen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus oder dem kaufmännisch­verwaltenden Bereich vom BvLB gebündelt werden müssen. Dieser Prozess ist anspruchsvoll und verlangt neben einem großen Engagement hohe Sensibilität und eine ausgeprägte Bereitschaft und Fähig keit zum diskursiven Prozess sowie eine Verbandsstruktur, die solche Prozesse zulässt und fördert. Als Ergebnis dieses Gesamtprozesses stehen dann die Interessen, die durch den BvLB im (bildungs)politischen Raum zu kommunizieren und gegenüber den Entscheidungsträgern zu artikulieren und zu vertreten sind.
 

ARBEITSBEREICHE FÜR DEN NEUEN VERBAND
ZUR SCHUL- UND BILDUNGSPOLITIK
Schul- und Bildungspolitik war bereits in den beiden Altverbänden BLBS und VLW ein bedeutendes Arbeitsfeld und dies soll es auch zukünftig bleiben, will der BvLB als kompetenter Akteur, der sich gleichermaßen seinen durch ihn vertretenen Mitgliedern wie auch der ihnen anvertrauten Schülerschaft verpflichtet fühlt, im (berufs)bildungspolitischen Raum wahrgenommen und ernst genommen werden. Hier geht es in der Zukunft um viel.
Stichwortartig kann dieser Aufgabenbereich in aller Vorläufigkeit durch folgende Handlungsfelder charakterisiert werden:
 ◼ Weiterentwicklung des beruflichen Bildungswesens in den Bereichen
–   Berufsorientierung,
–   Übergang von der Allgemeinbildung in die Berufsbildung am Ende der Sekundarstufe I, insbesondere die Neubestimmung und -organisation des sog. Übergangssektors,
–   Weiterentwicklung der Berufsausbildung und der beruflichen Weiterbildung, insbesondere unter Berücksichtigung von technologisch-organisatorischen Entwicklungen, wie z. B. Digitalisierung, oder gesamtgesellschaftlichen Entwick
lungen, wie z. B. Akademisierung, Zuwanderung, Inklusion,
–   neue und neugeordnete Ausbildungsberufe,
–   Demografie und Regionalisierung,
–   Qualitätssicherung der beruflichen Bildung;


 ◼ Entwicklung eines Konzepts einer höheren Berufsbildung (z. B. durch eine enge Verknüpfung von Erstausbildung und Weiterbildung), die durch einen sowohl theoretisch-anspruchsvollen wie auch berufspraktisch-orientierten Berufsbildungsweg bis hin zur DQR-Niveaustufe 6 bzw. 7 an der beruflichen Schule (Tertiärstufe „Höhere Berufsbildung“) zu charakterisieren ist;
 ◼ Internationalisierung der beruflichen Bildung als Antwort auf eine sich immer stärker globalisierende Wirtschaft durch mehr als nur über eine Akzentuierung im fremdsprachlichen Unterricht;
 ◼ kontinuierliche fachlich-inhaltliche und methodisch-didaktische Weiterentwicklung der beruflichen Bildung unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse und Erwartungen der unterschiedlichen beruflichen Fachrichtungen.


ZUR LEHRERBILDUNG
Für das Gelingen beruflicher Bildung ist neben den grundsätzlichen bildungspolitischen Entscheidungen die Lehrerbildung die zentrale Steuerungsgröße. Daher ist ihr auch im neuen fusionierten Verband höchste Aufmerksamkeit zu widmen. Auch hier ist das aus den beiden Altverbänden gelebte Engagement fortzuführen bzw. noch weiter zu intensivieren. Die zentrale Herausforderung für die Lehrerbildung wird in den kommenden Jahren die hinreichende Versorgung der Schulen mit grundständig gut qualifizierten Lehrkräften sein. Nur so werden die beruflichen Schulen in der Lage sein, die jungen Menschen in angemessener Weise auf die neuen Lebenswirklichkeiten im privaten sowie im beruflichen wie auch im gesellschaftlichen Raum vorzubereiten. Bei dieser Aufgabe sind alle Phasen der Lehrerbildung angesprochen.


VOR ALLEM GEHT ES ZUKÜNFTIG DARUM:
 ◼ einen hohen Qualifikationsstandard in der Ausbildung der Berufs- und Wirtschaftspädagoginnen und -pädagogen zu garantieren, der sich an den Bezugswissenschaften wie auch an der schulischen Praxis orientiert;
 ◼ die bewährte Grundstruktur der Lehrkräftequalifizierung mit Bachelor- und Masterstudium in der ersten Phase und einem mindestens 18-monatigen Referendariat in der zweiten Phase sicherzustellen bzw. weiterzuentwickeln;
 ◼ im universitären Wahlbereich ein studierbares Fächerangebot bereitzustellen, das dem Bedarf der beruflichen Schulen, aber auch den Wünschen und Erwartungen der Studierenden entspricht;
 ◼ die Option der Studierenden für einen möglichst problemlosen Studienortwechsel im Inland sowie innerhalb des europäischen Auslands offenzuhalten;
 ◼ die bundesweite Anerkennung des Masterabschlusses als Eingangsvoraussetzung in das Referendariat sicherzustellen;
 ◼ die Attraktivität und Ansehen der Lehrämter für berufliche Schulen durch verbesserte Beschäftigungsbedingungen und Imagekampagnen zu verändern;
 ◼ Sondermaßnahmen zur Deckung des Lehrkräftebedarfs durch Seiten- und Quereinsteiger so anzulegen, dass diese Lehrkräfte ergänzend zu ihrem bereits vorhandenen einschlägigen fachwissenschaftlichen Studium eine berufs- und wirtschaftspädagogische sowie eine dem Referendariat vergleichbare berufspraktische Qualifizierung durchlaufen;
 ◼ die Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte – die dritte Phase der Lehrerbildung – unter Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten entsprechend dem Konzept eines lebensbegleitenden Lernens auszubauen und weiterzuentwickeln.


ZUM DIENST- UND TARIFRECHT
Für einen BvLB, der auch die gewerkschaftliche Vertretung der in ihm vereinigten Lehrkräfte übernimmt, kommt dem Bereich des Dienst- und Tarifrechts eine wichtige und immer wichtiger werdende Bedeutung zu. Wenngleich die Grundpositionen des BvLB gut durch den dbb beamtenbund und tarifunion vertreten werden, gibt es doch eine Reihe spezifischer Statusfragen der Lehrkräfte für Berufsbildung, die sie an ihren Verband heran tragen und bei denen sie eine Vertretung durch ihn erwarten.
Hauptanliegen des BvLB und der von ihm vertretenen Kolleginnen und Kollegen im Bereich Dienst- und Tarifrecht sind u. a.:
 ◼ Sicherung des Beamtenverhältnisses für die Lehrkräfte bzw. Verbeamtung der Lehrkräfte in den Bundesländern, die bislang für diese Beschäftigtengruppe noch keine Verbeamtung vorsehen;
 ◼ Sicherung und Weiterentwicklung des Besoldungs- und Versorgungssystems, bei dem die Beschäftigten in den vergangenen Jahren bereits deutliche Einschnitte hinnehmen mussten;
 ◼ Angleichung der Beschäftigungsbedingungen zwischen den Bundesländern, was zu einem bedeutenden Teil bereits durch die Rücknahme der Föderalismusreform zu erreichen ist;
 ◼ Steigerung der Attraktivität und des Images des Arbeitsplatzes „Berufsbildende Schule“;
 ◼ Rechtssichere Lösungen von Fragen des Urheberrechts bei Digital- und Printmedien für den Unterricht;
 ◼ Vertretung der Kolleginnen bei dienst- und arbeitsrechtlichen Fragen, wie z. B. Abordnungen, Versetzungen, Beförderungen, sowie Gewährung von Rechtsschutz bei dienst- und arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen.