04. März 2019

Wie kommt mehr Ökolandbau in die Berufs- und Fachschulen?

In vielen Berufs- und Fachschulen für Landwirte, Gärtner und Winzer spielt der Ökolandbau keine Rolle.

Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Abfrage, die vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) durchgeführt und vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wur-de. Am 27. und 28. März 2019 werden nun die Ergebnisse auf der Fachta-gung „Ökolandbau in der beruflichen Bildung“ in Fulda vorgestellt und diskutiert.


Drei Jahre lang befragte das KÖN Vertreter der Ministerien und der Ver-bände sowie Lehrerinnen und Lehrer, ob und wie viel Ökolandbau in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ihres Bundeslandes unterrichtet wird. Die Status-quo-Analysen der Befragungen wurden anschließend mit den Länder-Verantwortlichen diskutiert.

Große bundeslandspezifische Unterschiede
Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus: In einigen Bundesländern wie Bayern hat Ökolandbau einen hohen Stellenwert, in anderen wiederum nicht. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Konzepte für mehr Ökolandbau im Unterricht. „Eine Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass die Vernetzung der Bildungsexperten viel bewirken kann. Daran sollten wir weiterarbeiten. Die zweite Erkenntnis: Lehrer bringen oft zu wenig Öko-landbau-Wissen mit. Sie sollten Ökolandbau schon in ihrer Ausbildung kennenlernen“, sagt Carolin Grieshop, KÖN-Geschäftsführerin. Daher wur-den auch Maßnahmen verabredet, Ökolandbau in der Bildung flächende-ckend in größerem Umfang zu etablieren.


Fachtagung „Ökolandbau in der beruflichen Bildung“
Am 27./28. März 2019 findet im ParkHotel Fulda die „Fachtagung Ökolandbau in der beruflichen Bildung“ statt.

Am ersten Tag werden die Ergebnisse aus den Bundesländern vorgestellt. Am zweiten Tag befassen sich Bildungsexperten mit den Wünschen an die berufliche Bildung von morgen. Sie gehen der Frage nach, wo Handlungs-bedarf besteht. In verschiedenen Arbeitsgruppen werden konkrete Ideen entwickelt, wie zum Beispiel Ökolandbau in den Berufs-, Fachschulen und in der überbetrieblichen Ausbildung integriert und gefördert werden kann. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Weitere Informationen zum Programm und Anmeldung unter


Hintergrund
Das KÖN-Projekt wurde unter dem Dach der „Zukunftsstrategie ökologi-scher Landbau“ (ZöL) realisiert, die vor zwei Jahren startete. Ziel des Bun-desministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, bis 2030 in Deutschland einen Anteil von 20 Prozent Ökolandbau zu erreichen, was mit Hilfe von 24 Maßnahmenpaketen erfolgen soll. Dazu zählt auch, Landwir-ten den Zugang zur ökologischen Landwirtschaft zu erleichtern. An der Realisierung wirkt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträgerin mit dem BÖLN und der Eiweißpflanzenstrategie (EPS) maßgeblich mit. Das BÖLN und die EPS sind für die Gestaltung von 14 der insgesamt 24 Maßnahmenpakete verantwortlich.