14. August 2019

Zum neuen Schuljahr fehlen 55.000 Lehrkräfte

BvLB fordert deutlich mehr Anstrengungen zur Deckung des Lehrkräftebedarfs

Nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes wird sich der Lehrermangel im kommenden Schuljahr verschärfen. 15.000 Stellen können bundesweit nicht besetzt werden und rund 40.000 Stellen werden mit weniger qualifiziertem Personal wie Lehramtsstudenten besetzt. Damit werden nach Aussage von DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger 7 – 8 Prozent aller Lehrerstellen nicht besetzt. Besonders betroffen sind Grund-, Haupt- und Förderschulen, zudem ist der Osten stärker als der Westen betroffen.

Die Bertelsmann-Studie hat im letzten Jahr die Situation an den beruflichen Schulen beleuchtet. Danach scheiden in den kommenden 15 Jahren rund 60.000 Lehrkräfte an beruflichen Schulen aus dem Dienst aus, während im gleichen Zeitraum nur rund 30.000 Lehramtsabsolventen für das berufliche Lehramt die Hochschulen verlassen. „Die Zahlen führen uns die brenzlige Situation vor Auge, vor allem, weil wenig passiert. Der Mangel an Lehrkräften ist zum Teil hausgemacht. Die Planung der Unterrichtsversorgung muss in den Ländern und der Kultusministerkonferenz verbessert werden“, führt Bundesvorsitzender Joachim Maiß aus.

„Insbesondere in der gewerblich-technischen Domäne fehlen grundständig qualifizierte Lehrkräfte. Berufliche Schulen setzen oft auf Seiteneinsteiger, die „on the job“ nachqualifiziert werden. Was ursprünglich als Notlösung gedacht war, ist heute in manchen Fachbereichen gängige Praxis“, so Bundesvorsitzender Eugen Straubinger.

Beide Bundesvorsitzende setzen bei der Gewinnung des Nachwuchses sowohl auf die grundständige Lehrerbildung als auch auf die Nachqualifikation von Quereinsteigern: „Es ist für uns keine Option, in großem Umfang nicht ausreichend qualifiziertes Personal dauerhaft in den Schuldienst einzustellen.“

„Der Lehrkräftemangel spitzt sich absehbar zu und wir brauchen eine bundesweite Gesamtstrategie. Wir müssen Abiturienten und hochqualifizierte Facharbeiter explizit für diesen Beruf werben. Es müssen wieder mehr Studienstandorte für die Lehrämter an beruflichen Schulen geschaffen werden und die Studierendenzahlen müssen deutlich gesteigert werden. Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich für ein Lehramt an beruflichen Schulen entscheiden“, so die beiden Bundesvorsitzenden“

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Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. vertritt in Deutschland über 39.000 Lehrerinnen und Lehrer.