03. Juni 2019

Pressemitteilung zur System- und Anwendungsbetreuung und zur Koordinierung „Bildung in der digitalen Welt“

In fast allen berufsbildenden Schulen sind heute vielfältige und funktionierende EDV-spezifische Unterrichtsnetze installiert.

Sie wurden größtenteils in schulischer Eigeninitiative mit zum Teil erheblicher unbezahlter Mehrarbeit von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern eingerichtet und betreut. Diese Kolleginnen und Kollegen verdienen unseren besonderen Dank, denn Sie haben mit dazu beigetragen, die berufliche Bildung frühzeitig an die Erfordernisse der digitalen Bildung heranzuführen.

Teilweise kümmern sich diese Lehrerinnen und Lehrer in den berufsbildenden Schulen neben ihrer pädagogischen Arbeit um eine komplexe Netzarchitektur und garantieren so – trotz minimalistisch bemessener Anrechnungsstunden – eine schulalltägliche Netzsicherheit.

Wer auf diese schulinterne Netzkompetenz in Zukunft nicht verzichten will, braucht praktikable Modelle der System- und Anwendungsbetreuung, um die Sicherheit und Funktionalität der Schulnetze nicht zu gefährden.

Der VLW begrüßt, dass das Ministerium für Bildung in Rheinland-Pfalz die KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ unterstützt und die Bedeutung und Notwendigkeit der System- und Anwendungsbetreuung in den berufsbildenden Schulen wertschätzt. Die Erhöhung der zur Verfügung gestellten Gelder ist – vor dem Hintergrund, dass unsere Schulen in den vergangenen Jahren mit der rasanten technischen Entwicklung bei den digitalen Medien nicht mithalten konnten – ein Schritt in die richtige Richtung. Die Fördermittel des Bundes zum Breitbandausbau und zum DigitalPakt sind deshalb dringend erforderlich, um unsere Schulen auf den aktuellen Stand zu bringen.

Entscheidung zur System- und Anwendungsbetreuung muss in Händen der Schulen bleiben!

Für die berufsbildenden Schulen ist es nun von essentieller Bedeutung, dass die aufgebauten Systeme nahtlos weiterentwickelt werden können. Damit das entsprechende Know-how genutzt werden kann, benötigen die Schulen weiterhin die Option für Anrechnungsstunden, die sie den Anwendungsbetreuerinnen und -betreuern zukommen lassen können. Externe Dienstleister können lediglich unterstützend und ergänzend hinzugezogen werden.

Deshalb wehrt sich der VLW vehement gegen die strikte Vorgabe, dass unseren Schulen nur noch Mittel für externe Dienstleister zur Verfügung gestellt werden sollen. Denn dies führt faktisch dazu, dass die Schulen auf den schulinternen Stundenpool (3/6-Pauschale) zugreifen müssen, der für pädagogische und weitere besondere Aufgaben gedacht ist und dringend benötigt wird!

Koordinierung für „Bildung in der digitalen Welt“ nicht von der Schulleitung abkoppeln!

Der VLW begrüßt die Zuweisung von Anrechnungsstunden für die Koordination der digitalen pädagogischen Konzepte und Medien. Allerdings stößt es bei uns auf Unverständnis, dass diese Aufgabe grundsätzlich nur von Kolleginnen und Kollegen übernommen werden soll, die nicht der Schulleitung angehören. Längst ist in den meisten berufsbildenden Schulen eine elaborierte EDV- und Netzwerkkompetenz vorhanden, die in den Geschäftsverteilungsplänen der Schulleitungen ihren Niederschlag findet. Es bedeutet für eine Schule einen massiven Rückschritt, wenn Personen, die sich oft seit vielen Jahren mit den digitalen Systemen an ihren Schulen befassen, diese Aufgabe nun abgeben sollen. Vielmehr muss aus Sicht des VLW die Entscheidung darüber, wer an einer Schule die Koordinierung übernimmt, von der Schule selbst, im Rahmen ihrer Eigenständigkeit, getroffen werden.

 

Der VLW fordert:

  • die verbindliche und auskömmliche Finanzierung der System- und Anwendungsbetreuung,
  • die Entscheidungsfreiheit der Schulen bei der Organisation der System- und Anwendungsbetreuung,
  • einen täglich verfügbaren Support, der auch kurzfristige Störungen vor und während der Unterrichtszeit beseitigt,
  • die Gewährleistung der Datensicherheit,
  • die Besetzung der Koordinatorenstelle „Bildung in der digitalen Welt“  in eigener Verantwortung der Schulen unter Mitwirkung des Personalrats.

Kirchheimbolanden, Juni 2019

Karl-Heinz Fuß

Landesvorsitzender

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Verband der Lehrerinnen und Lehrer

an Wirtschaftsschulen e.V. Rheinland-Pfalz