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30. Juni 2021

Schulen müssen ein sicherer Ort sein

BvLB: Mit Luftfiltern in Klassen gegen „vierte Welle“ wappnen / Endlich auf die Wissenschaft hören

Nachdem mittlerweile selbst die CDU-Bundestagsfraktion in Opposition zu ihrem eigenen Gesundheitsminister gegangen ist und die flächendeckende Installation von Luftfiltern fordert und damit ins selbe Horn wie der Städte- und Gemeindebund bläst, „sollte der Handlungsdruck auf die Politik groß genug sein, über die Sommerferien die Schulen endlich zu einem möglichst sicheren Ort zu machen“, sagt Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB). Die Universität der Bundeswehr hatte bereits Ende September 2020 eine Studie vorgelegt, wonach Lüften allein ohne ergänzende Luftreiniger und CO2-Messgeräte in vielen Klassenräumen nicht ausreichend ist, um eine weitestgehend unbelastete Luftqualität zu garantieren. Auch die Hochschule Coburg legte im Frühjahr nach. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Luftfilter einen vergleichsweise normalen Präsenzunterricht möglich machen.

„Niemand kann im Moment sagen, wie sich die Pandemiesituation im Herbst ausprägen wird. Und gerade deshalb ist jetzt ein schnelles Handeln durch die Politik alternativlos. Unsere Schüler:innen haben in den letzten Monaten enorme Solidarität und viel Engagement im Distanzunterricht gezeigt.  Bund, Länder und Gemeinden müssen jetzt zeigen, dass ihnen die jungen Menschen in unserem Land wichtig sind“, sagt Maiß.

Um nach den Sommerferien einen sicheren Start in das nächste Schuljahr gewährleisten zu können und dann nicht von der „vierten Welle“ ausgebremst zu werden, sind Luftfilter elementar. Damit können die Schulen zu möglichst sicheren Orten gemacht und der wichtige Präsenzunterricht gewährleistet werden. Pro Klassenraum veranschlagen die Forscher auf Basis eines marktüblichen Angebots rund 2400 Euro für einen Luftfilter. „Angesichts der vielen Milliarden, die derzeit zur Stützung der Wirtschaft fließen, eine überschaubare Summe, um die Schüler:innen aus der Isolation des Distanzunterrichts herauszuholen und keine weiteren Defizite beim sozialen Lernen aufkommen zu lassen“, so der BvLB-Bundesvorsitzende.

Die Politik ignoriert beharrlich wissenschaftliche Erkenntnisse und setzt Lehrkräfte und Schüler:innen der beruflichen Bildung wissentlich Gefahren aus. Die Kultusminister wollen nach den Ferien uneingeschränkten Regelbetrieb, ohne für den nötigen und möglichen Gesundheitsschutz zu sorgen. „Seit August letzten Jahres haben wir wieder und wieder an die Politik appelliert, jeden Klassenraum mit Luftfiltern auszustatten, die 99,9 % der Virenlast herausfiltern. Es muss endlich gehandelt werden“, sagt Maiß und betont: „Statt ein längst überfälliges Schutzkonzept zu entwickeln, setzt die Politik weiter ausschließlich auf die AHA+L-Regeln.“

Joachim Maiß