02. Mai 2021

Normaler Unterricht in Corona-Zeiten ist möglich

BvLB fordert: Trennwände und Luftfilter in Klassen/Weitere Untersuchung bestätigt Virenschutz

Die Universität der Bundeswehr hatte bereits Ende September 2020 eine Studie vorgelegt, wonach Lüften allein ohne ergänzende Luftreiniger und CO2 Messgeräte in vielen Klassenräumen nicht ausreichend ist, um eine weitestgehend unbelastete Luftqualität zu garantieren. Jetzt die Hochschule Coburg nachgelegt. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Trennwände in Kombination mit Luftfiltern einen vergleichsweise normalen Präsenzunterricht möglich machen.

„Das Wissen darum, dass normaler Unterricht in Corona-Zeiten möglich ist, wenn die Politik nur endlich mal in den nötigen Gesundheitsschutz investieren würde, macht ein schnelles Handeln alternativlos. Neben der nötigen Impfung der Lehrkräfte gegen das Virus sowie einem Impfmarathon unter den Schüler:innen, sobald dies möglich ist, sind Spuckschutz und Luftfilter zwingend erforderlich, um sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten. Pro Klassenraum veranschlagen die Forscher auf Basis eines marktüblichen Angebots 3500 Euro für die Kombi aus Spuckschutz und Luftfilter. Angesichts der vielen Milliarden, die zur Stützung der Wirtschaft fließen, eine überschaubare Summe, um die Schüler:innen aus der Isolation des Distanzunterrichts herauszuholen und keine weiteren Defizite beim sozialen Lernen aufkommen zu lassen“, sagt Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB).

Die Politik ignoriert beharrlich wissenschaftliche Erkenntnisse und setzt Lehrkräfte und Schüler:innen der beruflichen Bildung wissentlich Gefahren aus, indem Präsenzunterricht bis zu einer Inzidenz von 165 bei geteilten Klassen möglich bleibt, ohne für den nötigen und möglichen Gesundheitsschutz zu sorgen. „Seit August letzten Jahres haben wir wieder und wieder an die Politik appelliert, jeden Klassenraum mit Spuckwänden und Luftfiltern, die 99,9 % der Virenlast herausfiltern, auszustatten. Das fordern wir angesichts der Coburger Forschungsergebnisse mit allem Nachdruck erneut. Es muss endlich gehandelt werden“, sagt Maiß und verweist darauf, dass Schulen eine zentrale Rolle beim Infektionsgeschehen spielen und nachweislich Treiber der Pandemie sind. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen hat das mittlerweile auch die Politik eingeräumt, ohne ein längst überfälliges Schutzkonzept zu entwickeln, und setzt weiter ausschließlich auf die AHA+L-Regeln.

Es könne nicht sein, dass die Politik die Schulen immer wieder ausklammere und die Gefahrensituation herunterspiele. „Insbesondere in den berufsbildenden Schulen, die als duale Ausbildungspartner der Betriebe fungieren, ist die Gefahr, dass Schüler:innen das Virus von der Schule in die Unternehmen tragen und damit Betriebe aller Couleur lahmgelegt werden könnten, riesig“, sagt Maiß und unterstreicht damit noch einmal den Handlungsdruck, für mehr Gesundheitsschutz zu Wohle der Schüler:innen sowie der Lehrkräfte zu sorgen, denn: „Wir wollen endlich wieder sicheren Präsenzunterricht und raus aus dem ewigen hin und her mit dem Wechselunterricht. Gute Bildung braucht Vertrauen und Verlässlichkeit. Und das scheint ja möglich.“

 

Joachim Maiß