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25. März 2020

Prüfungen verschieben statt aussetzen

BvLB fordert bundesweit einheitliche Lösungen: Chancengleichheit muss gewahrt sein

Der bildungspolitische Flickenteppich in Deutschland offenbart in der Corona-Krise seine eklatanten Schwächen.

Nachdem die ersten Kultusministerien vorgeprescht sind und Abschlüsse auf Basis der bis Anfang März erbrachten Leistungen der Schülerinnen und Schüler vergeben wollen, fordert der Bundesverband für Lehrkräfte der Berufsbildung e.V. (BvLB) eine bundesweit einheitliche Lösung. „Die Chancengleichheit muss gewahrt sein. Es kann nicht sein, dass die Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen“, sagt der BvLB-Vorsitzende Eugen Straubinger. Joachim Maiß, ebenfalls BvLB-Vorsitzender, ergänzt: „Wir fordern, die zentralen Abschlussprüfungen an den berufsbildenden Schulen zu verschieben anstatt auszusetzen. Denn einen Abschluss kann es nur nach abgelegter Prüfung geben. Auch in der Krise darf die Prüfungspflicht nicht ausgesetzt werden“.


Die Berufsbilder appellieren an die Politik, Abschlüsse an den BBSen nicht zu verschenken. „Die Kultusministerkonferenz ist jetzt gefordert, trotz gelebtem Föderalismus ein einheitliches Vorgehen zu beschließen. Ein Abschluss light, der rechtlich anfechtbar wäre und nicht fair ist, ist nicht tragbar“, sagen Maiß und Straubinger unisono. Um Druck vom Kessel zu nehmen, schlagen die beiden Bundesvorsitzenden vor, die Anmeldefristen von den Hochschulen bis hin zu Ausbildungsbetrieben analog zur terminlichen Verschiebung der Prüfungen ebenfalls zu verschieben.


„Für die beruflichen Schulen mit einer großen Vielzahl an Abschlussprüfungen in unterschiedlichsten Schularten bis hin zum Abitur wird die Verschiebung zwar eine ganz besondere Kraftanstrengung. Sie ist und bleibt aber alternativlos. Weshalb es jetzt darum gehen muss, dass den Schulleitungen und Lehrkräften auch die entsprechenden zeitlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um diese Prüfungen organisieren, korrigieren bzw. bei mündlichen Formaten erstellen und abnehmen zu können“, sagen Maiß und Straubinger unisono.

Joachim Maiß und Eugen Straubinger