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04. Oktober 2020

Bundesweiter Schulterschluss für die berufliche Bildung

Berufsbildner haben Zukunft im Visier: Spitzengespräch von BvLB und Landesverbänden in Fulda

Die Landesvorsitzenden der im BvLB vereinten Berufsschullehrerverbände aus ganz Deutschland sind mit dem Bundesvorstand zu einer Klausurtagung in Fulda zusammengekommen, um über die Herausforderungen und Perspektiven der beruflichen Bildung zu beraten. Der Schuh drückt an vielen Stellen. Angefangen bei der mangelhaften digitalen Ausstattung über den eklatanten Lehrkräftemangel bis hin zu desolaten Schulgebäuden, in denen gerade in Corona-Zeiten der Gesundheitsschutz nicht möglich ist. Unzweifelhaft ist angesichts dieser Missstände, dass deutlich mehr in die berufliche Bildung investiert werden muss, um sie zukunftsfähig aufzustellen und als Ausbildungspartner der Wirtschaft attraktiv zu halten.

Um hier schnell und effektiv voranschreiten zu können, müssen die Berufsbildner deutlich mehr Freiräume bekommen. Denn verkrustete Verwaltungsstrukturen und lähmende Bürokratie bremsen das Engagement der Lehrkräfte in allen Bundesländern und damit Schule im Allgemeinen aus. Deshalb fordern die Berufsbildner, mehr Eigenverantwortung für die beruflichen Schulen. Nur so können flexibel passgenaue Lösungen vor Ort gefunden werden, um die duale Ausbildung im Zuge der digitalen Transformation weiter zu entwickeln.

„Es bedarf klarer Organisationsstrukturen, mehr Eigenverantwortlichkeit an den berufsbildenden Schulen und einen notwendigen Bürokratieabbau, um die berufliche Bildung langfristig zukunftssicher aufzustellen“, sagt Joachim Maiß, BvLB-Vorsitzender. Mit Blick auf den „heißen Herbst“ in eiskalten Klassenzimmern in Folge kruder Lüftungskonzepte brennen den Berufsbildner folgende Punkte am stärksten unter den Nägeln und adressieren drängende Forderungen an die Politik:

1.      Dauerhafte und solide Finanzierung für die nachhaltige Sanierung und den Ausbau der beruflichen Schulen.

2.      Bereitstellung zusätzlicher Stellen für Lehrkräfte, um einen Mix aus Distanz- und Präsenzunterricht und ggfs. andere Unterrichtsorganisationsformen zu ermöglichen.

3.      Zeitgemäße und flexible Arbeitsmodelle.

4.      Weiterentwicklung der beruflichen Fachdidaktiken unter besonderer Berücksichtigung der digitalen Möglichkeiten.

5.      Zeitgemäße Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte.

 

Joachim Maiß und Eugen Straubinger