Gewaltvorfälle und zunehmender Schulabsentismus stellen viele berufliche Schulen vor große Herausforderungen. Aktuelle Berichte aus Baden-Württemberg zeigen, wie ernst die Situation teilweise bereits ist. So wurde zuletzt über massive Sicherheitsprobleme an einer beruflichen Schule in Ulm berichtet, bei denen es unter anderem zu körperlichen Auseinandersetzungen kam und Lehrkräfte sich zunehmend belastet fühlen.
Solche Ereignisse stehen nicht isoliert: Bundesweit wurden zuletzt deutlich mehr Gewalttaten an Schulen registriert. Für das Jahr 2024 werden rund 28.760 Fälle gemeldet – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Auch jüngste Vorfälle zeigen, wie wichtig ein nachhaltiger Schutz von Lehrkräften ist. So verurteilten der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen in Nordrhein-Westfalen einen Messerangriff auf eine Lehrerin an einem Essener Berufskolleg scharf. Die Verbände betonten, dass Gewalt gegen Lehrkräfte in keiner Weise akzeptabel sei, und forderten eine konsequente Stärkung von Schutz- und Präventionsmaßnahmen an Schulen. Dazu zählen unter anderem verbindliche Gefährdungsbeurteilungen, klare Alarm- und Notfallpläne, Deeskalations- und Sicherheitstrainings für Schulpersonal sowie eine bessere psychosoziale Unterstützung für Betroffene nach Gewaltvorfällen.
Auch Schulabsentismus – also häufiges oder dauerhaftes Fernbleiben vom Unterricht – beschäftigt Lehrkräfte zunehmend. Beide Themen hängen oft miteinander zusammen und beeinflussen den Schulalltag, die Lernatmosphäre und letztlich auch den Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler.
Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) möchte deshalb ein klareres Bild der Situation an beruflichen Schulen gewinnen. Welche Formen von Schulabsentismus treten auf? Welche Gewaltvorfälle erleben Lehrkräfte im schulischen Alltag? Und welche Unterstützungsmaßnahmen werden tatsächlich benötigt?
Dazu führen wir aktuell eine bundesweite Umfrage unter Lehrkräften an beruflichen Schulen durch. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Praxis systematisch zu erfassen und eine fundierte Grundlage für bildungspolitische Forderungen und konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu schaffen.
Thomas Speck (stv. Bundesvorsitzender)
Ihre Erfahrungen sind wichtig!
Je mehr Lehrkräfte teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse – und desto stärker kann der BvLB die Interessen der beruflichen Schulen vertreten.
Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten und erfolgt anonym.
oder QR-Code scannen:
